Prüfintervall für Elektroanlagen bestimmen

Ordnet einer Anlage nach Nutzung, Alter, Umgebung und Personenkreis ein sinnvolles Wiederholungsintervall zu.

Wann sollte diese Elektroanlage wieder geprüft werden?

Anlage einordnen
Alter der Installation
Fehlerstromschutzschalter vorhanden
Auffälligkeiten im Betrieb
Auslösende Sicherungen, warme Verteiler, flackerndes Licht, Geruch am Verteiler.
Empfehlung

Nächste Prüfung in-Jahren

-

Startwert5 Jahre
Summe der Abschläge-
Rechnerisches Intervall-

Warum diese Frage nicht trivial ist

Eine Elektroanlage altert unsichtbar. Klemmstellen lösen sich durch Temperaturwechsel, Isolierungen werden spröde, Fehlerstromschutzschalter verlieren mit den Jahren an Auslösesicherheit. Nichts davon meldet sich, bevor es auffällt, und wenn es auffällt, ist es selten ein guter Zeitpunkt. Genau deshalb gibt es wiederkehrende Prüfungen, statt auf Symptome zu warten.

Wie oft geprüft werden sollte, hängt an mehreren Dingen gleichzeitig: an der Nutzung, weil ein Gewerbebetrieb seine Anlage anders beansprucht als ein Wohnhaus, am Alter der Installation, weil Anlagen aus der Zeit vor dem flächendeckenden Fehlerstromschutz ein anderes Risiko tragen, und an der Umgebung, weil Feuchtigkeit, Staub und Temperatur die Alterung beschleunigen. Bei vermieteten Objekten kommt der Personenkreis dazu, denn dort nutzt jemand die Anlage, der sie nicht kennt.

Der Rechner unten gewichtet diese Punkte und schlägt ein Intervall vor. Er ersetzt keine gesetzliche oder versicherungsvertragliche Vorgabe, denn die kann im Einzelfall strenger sein, gerade bei gewerblich genutzten Anlagen. Er beantwortet die Frage, die in der Praxis häufiger gestellt wird: ob eine Anlage, die seit Jahren unauffällig läuft, wirklich noch unauffällig ist.

Wie gerechnet wird

  1. Startwert: 5 Jahre
  2. Nutzung: Wohnhaus selbst genutzt +0. Vermietetes Wohnobjekt −1. Büro und Handel −1. Gastronomie und Beherbergung −2. Werkstatt und Produktion −2. Landwirtschaft −2. Öffentliches Gebäude −2
  3. Alter der Installation: unter 10 Jahre +1. 10 bis 25 Jahre +0. 25 bis 40 Jahre −1. über 40 Jahre −2
  4. Umgebung: trocken und normal +0. Feucht oder staubig −1. Aussenbereich oder Nassbereich −1. Chemisch belastet −2
  5. Fehlerstromschutz vorhanden: ja +0. Nein oder unbekannt −2
  6. Bekannte Auffälligkeiten wie auslösende Sicherungen oder warme Verteiler: −2
  7. Ergebnis wird auf 1 bis 5 Jahre begrenzt. Bei einem rechnerischen Wert unter 1 lautet die Empfehlung: zeitnah prüfen lassen

Häufige Fragen dazu

Was wird bei einer Überprüfung tatsächlich gemacht?

Sichtprüfung der Verteiler und Klemmstellen, Messung von Isolationswiderstand, Schleifenimpedanz und Erdungswiderstand, Funktionsprüfung der Fehlerstromschutzschalter und Kontrolle der Zuordnung im Verteiler. Am Ende steht ein Protokoll mit den gemessenen Werten.

Mein Fehlerstromschutzschalter löst ab und zu aus, ist das schlimm?

Es weist fast immer auf ein echtes Problem hin, oft auf einen Ableitstrom in einem Gerät oder in einer feuchten Leitung. Ihn einfach wieder einzuschalten verschiebt die Ursache nur. Die Fehlersuche beginnt in der Regel beim Verteiler und arbeitet sich von dort vor.

Brauche ich als Vermieter ein Prüfprotokoll?

Hausverwaltungen und Versicherer verlangen in der Praxis häufig ein schriftliches Protokoll statt einer mündlichen Zusicherung. Es dokumentiert den Zustand zum Prüfzeitpunkt und ist im Schadensfall die einzige belastbare Grundlage.

Ein Rechner ersetzt keine Besichtigung.

Das Ergebnis oben ist eine Grössenordnung für die eigene Planung. Verbindlich wird es erst, wenn jemand am Objekt gestanden hat. Die zugehörige Leistung ist Überprüfung/Reparatur Elektroanlagen.

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Kurz anrufen ist meistens schneller als schreiben.

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